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Fallout 3 Rezension: Spiel des Jahres

Im Jahre 2077 wurde die Welt von einem Atomkrieg unbekannter Ausmaße heimgesucht, der die gesamte Ordnung und Lebensweise auf der Erde zerstörte. Verursacht wurde er durch Differenzen zwischen den USA und China.  200 Jahre später spielt „Fallout 3“.

Ihr findet euch frisch geboren im Bunker „Vault101“, in dem einige wenige Menschen rechtzeitig Zuflucht finden konnten, ehe die nukleare Verstrahlung mit negativen Auswirkungen auf das Leben an der Oberfläche der USA einsetzte. So ist also eure Geburt der Einstieg in das Spiel. Wie aus anderen Rollenspielen gewohnt, könnt ihr nun euren individuellen Charakter erstellen.

Die Einführung in die wichtigsten Bedienungs- und Steuerungselemente eures Charakters  erfolgt spielerisch, indem ihr als kleines Kind eure ersten Schritte tätigt und die ersten Fähigkeiten erlernt, die ihr in einem Bilderbuch erklärt findet. Ein Nachschlagen in das beiliegende Handbuch wird aufgrund der komplexen Steuerung und Vielfältigkeit allerdings kaum ausbleiben – zumindest am Anfang. Eure erste Waffe bekommt ihr übrigens zum Geburtstag von eurem Vater, welcher – was ihr zu diesem Zeitpunkt noch nicht wisst – euer Leben wenige Jahre darauf drastisch verändern wird.

Die Suche beginnt

Als ihr 19 Jahre alt seid, kommt es zum angesprochenen Wendepunkt in eurem Leben, denn euer Vater verschwindet plötzlich.  Die „Führung“ der „Vault101“ hat euch daraufhin als Sicherheitsrisiko eingestuft und ihr müsst fliehen. An der Oberfläche erwarten euch die Reste von Washington DC sowie jede Menge Einöde mit herumstreichenden „Raider-Banden“, Mutanten und der allgegenwärtigen nuklearen Strahlung.  Mit einer Notiz eures Vaters begebt ihr euch nun auf die lange  Suche nach ihm, die euch an verschiedene Orte und in viele gefährliche Situationen bringen wird.

Nicht nur das Bethesda-Firmenlogo, sondern die gesamte Spielbedienung und viele Elemente erinnern an die erfolgreiche „The Elder Scrolls“-Serie.  Wie in „Morrowind“ ist auch in „Fallout 3“ die Third-Person-Perspektive nicht zu empfehlen, da ihr leider zu oft an scheinbar unsichtbaren und banalen Dingen hängen bleibt. Kämpfe in dieser Perspektive sind schon so gut wie verloren, ehe sie starten. Die Bewegungen eures Charakters wirken zudem statisch und lieblos. Ihr verpasst also nichts, wenn ihr ausschließlich die Ego-Perspektive benutzt.

Neu ist das „V.A.T.S“ („Vault-Tec Assisted Targeting System“), welches euch erlaubt, die Kämpfe „einzufrieren“, um gegnerische Körperteile anzuvisieren. Prozentangaben geben die Wahrscheinlichkeiten für Treffer an. Auch hier gibt es taktische Möglichkeiten: Schießt ihr z.B. auf den Arm, der die Waffe hält, so besteht durchaus die Möglichkeit, dass der Gegner diese bei einem Treffer fallen lässt. Trefft ihr ein Bein, kann euer Gegenüber mitunter nicht mehr flüchten. Das dies ebenfalls für euren Charakter gilt, dürfte nachvollziehbar sein. Natürlich könnt ihr diesen Modus nicht unbegrenzt nutzen: Es kostet euch Aktionspunkte (APs), die sich nur langsam regenerieren. Fällt euer Gegner, so bekommt ihr Erfahrungspunkte (EPs) und könnt außerdem dessen Waffen und Equipment annektieren.

Eure Feinde reagieren übrigens auf Bewegungen und Geräusche. Es ist also Taktik und manches Mal auch extremes Feingefühl gefragt, um sich unbemerkt anschleichen zu können.

Ist das riesig!

Die Karte ist reichlich bemessen und bietet Raum für jede Menge Entdeckungen und Gegner, die nur darauf warten gegen euch zu kämpfen. Man sollte zum Anfang allerdings den „vorgegebenen“ Weg folgen, da sich eure Gegner nicht eurem Charakterlevel angleichen und somit vorerst überlegen scheinen. Mit etwas Einfallsreichtum, Mut und Ausdauer sollte dies aber kein allzu großes Problem darstellen. Sobald ihr stärkere und effektivere Waffen sowie Medikamente (Vorsicht: Suchtgefahr bei zu häufigem Genuss eines Mittels!) euer Eigen nennen könnt, werdet ihr widerstandfähiger.

Seid ihr einen Level aufgestiegen (durch das Kämpfen, Feilschen etc.), so könnt ihr zwischen verschiedenen levelspezifischen Fertigkeiten auswählen, die eurer Meinung nach am besten in eure Spielweise und Charakterwahl passen.  Ein Nachteil ist, dass ihr alle „Skillpoints“ sofort vergeben müsst und ihr somit fortlaufend im Bilde sein müsst,  welche Anzahl an Attributen ihr für bestimmte Quests haben müsst. Organisieren könnt ihr euren Charakter mit dem „Pip-Boy 3000“ – ein elektronisches Armbandgerät, dass das gesamte Spielmenü verwaltet. Ein weiteres nennenswertes Feature ist das „Reisen“. So könnt ihr entdeckte Orte auf der Karte anwählen und „beamt“ euch dort hin. Das spart Zeit und Ärger.

Nicht makellos

Den Entwicklern ist es durchaus gelungen, die Folgen einer nuklearen Krise authentisch darzustellen. Ruinen, Trümmer, dunkle Farbgebung und passender Sound (u.a. Herzklopfen kurz vor dem Tode und ein packender Soundtrack) entführen euch in eine Welt, welche trostlos und verloren scheint und die ihr mit Sicherheit erst dann verlassen werdet, wenn das Spiel komplett durchgespielt wurde. Dazu trägt auch die Vielfalt an NPCs (Non-Playing-Characters), Mutanten und anderen Gegnern bei sowie eine riesige Auswahl an Waffen, Equipment, Entwicklungsmöglichkeiten  eures Charakters („Gut/Böse“) und Quests, sodass ihr mit vielen Stunden anspruchsvoller und fesselnder Unterhaltung rechnen dürft.

In Anbetracht der Grafik werden viele von euch „Fallout 3“ jedoch älter einstufen als es tatsächlich ist. Oft wirken die Kulissen platt und eintönig, oft schauen die Texturen lieblos und wenig detailliert aus. Darüber hinaus entpuppen sich die Animationen ebenfalls nur als Durchschnittsware. Leider kommt es hin und wieder auch zu Clippingfehlern (besonders nervig, wenn ihr während eines Kampfes „hängen bleibt“) und so genannten „Pop Ups“. Wirklich gelungen ist in diesem Bereich lediglich der stimmungsvolle Tag- und Nachtwechsel.

Eure Gegner besitzen einen Wortschatz von maximal zwei bis drei Sätzen, den sie in kurzen Abständen variiert wiedergeben. Je nach Situation nervt das mehr als das es der Atmosphäre dienlich ist.

Einmalig vorgekommen ist ein Bug, der den gesamten Spielstand löschte und zu einem Neuanfang zwang.